Energiekonzept
Da das gegenwärtige Energiesystem nur für einen
relativ kurzen Zeitraum möglich ist, der sich dem
unausweichlichen Ende entgegenneigt, und zudem
starke negative Umweltwirkungen hervorruft, stellt sich die Frage nach
einer sicheren, dauerhaften und umweltverträglichen
Energieversorgung. Eine solche soll hier skizziert und
quantifiziert werden. Da Deutschland im weltweiten Vergleich eher
schlechte
Voraussetzungen für die Nutzung Erneuerbarer Energien hat (hohe
Bevölkerungsdichte, hoher Energieverbrauch, eher flach, stark
bewölkt und nördlich), soll hier beispielhaft gezeigt werden,
wie eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien dennoch möglich
ist. Szenarien mit weniger als 100% erneuerbar für alle
Energiebereiche (nicht bloß Strom) oder hohem Verbrauch von
Biomasse
sind dagegen unverantwortlich, unzureichend und unbrauchbar.
Jetzige Situation
Pro Person und Jahr werden in Deutschland etwa 45 MWh
Primärenergie verbraucht (über 5 kW Dauerleistung). Dies
setzt sich zusammen aus
Wärme: 17
MWh/Person/Jahr, davon 8,5 für Heizung, 1,5 für Warmwasser
und 7 für industrielle Prozeßwärme, über 90% fossil
Verkehr: 9
MWh/Person/Jahr für Personen- und Gütertransport,
hauptsächlich Auto, über 95% fossil
Strom: 6,5
MWh/Person/Jahr hauptsächlich für
Industrie, Elektrogeräte, Kühlung und Beleuchtung, 85%
fossil/atomar, daher kommen nochmal 12 MWh/Person/Jahr
Umwandlungsverluste hinzu, die nicht genutzt werden.
Die notwendige Energie wird größtenteils fossil gedeckt.
Damit ist auch die Speicherung abgedeckt, da die Brennstoffe sowieso
schon Energiespeicher sind.
Zukünftiger Bedarf
Da dieser hohe Energieverbrauch kaum nachhaltig zu decken
ist, muß er reduziert werden. Bei einem weiterhin mindestens so
hohen Lebensstandard wäre ein Szenario für den
zunkünfigen Bedarf etwa
Wärme: 7
MWh/Person/Jahr, davon 2 für Heizung, 1 für Warmwasser und 4
für industrielle Prozeßwärme. Die Einsparung bei der
Heizenergie kann mittels Wärmedämmung und Lüftung mit
Wärmerückgewinnung erreicht werden, bei Warmwasser mit
wassersparenden Duschköpfen (und potentiell noch mehr mit
Abwasserwärmerückgewinnung), bei Prozeßwärme durch
bessere Effizienz und die Verlegung besonders wärmeintensiver
Industrien in Gegenden, die gut für konzentrierende Solarthermie
geeignet sind.
Verkehr: 2
MWh/Person/Jahr. Ein Wechsel des Antriebs vom Verbrennungs- zum
Elektromotor spart schon allein aufgrund des Wirkungsgrades die
Hälfte der Energie ein. Ein weitgehender Umstieg vom Auto zu
Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln, die Ausstattung der
restlichen Autos mit Elektromotoren und ein regionalerer Konsum kann
leicht eine genügende
Einsparung erbringen.
Strom (für Industrie
und Geräte): 5 MWh/Person/Jahr. Eine
stärkere Effizienzsteigerung (bspw. bei Beleuchtung) wird
wahrscheinlich durch eine
stärkere Nutzung von Elektrogeräten ausgeglichen, daher hier
nur eine geringe Einsparung.
Deckung des Bedarfs
In diesem Szenario wird der Bedarf vollständig mittels Strom
aus Photovoltaik und Windrädern gedeckt, die jeweils die
Hälfte beitragen, und Wärmepumpen nutzen die doppelte
Umgebungswärme der eingesetzten Strommenge. Die gesamte
Energieerzeugung und -speicherung erfolgt regional, so daß ein
hoher Grad an Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit
gewährleistet ist.
Photovoltaik: 5
MWh/Person/Jahr. Dafür werden etwa 30 m2
Modulfläche pro Person benötigt. Das ist lediglich etwa 10%
der versiegelten Fläche. Mit weniger Autos kann die
versiegelte Fläche stark abnehmen, was ökologisch sehr
positiv wäre, doch ist auch dann genug Potenzial vorhanden.
Sollten Dachflächen
nicht ausreichen, kann man auch Straßen und Wege
teilüberdachen. Selbst eine
Teilüberdachung von Wiesen könnte noch genug Licht für
die Pflanzen durchlassen.
Wind:
5 MWh/Person/Jahr. Dafür wird ein 2,5-MW-Windrad
(mit windbedingter Durchschnittsleistung von 17%) für 750 Personen
benötigt, insgesamt in Deutschland etwa 100.000 solcher
Windräder. Bei 3 Windrädern pro km2 müssten
etwa 10% der land- und forstwirtschaftlichen Fläche Deutschlands
mit Windparks bedeckt werden, was deren sonstige Nutzung jedoch nicht
behindert. Diese Windparks sollten gut verteilt und sinnvollerweise an
eher windreichen Standorten aufgestellt werden, etwa
Küstengebieten und Höhenzügen.
Speicher:
Da
diese Stromerzeugung vollständig vom wetter- und
jahreszeitbedingtem Angebot abhängt, das nicht zum
zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs passt, ist eine Speicherung der
Energie notwendig. Schwankungen im Tagesverlauf können durch eine
entsprechend gesteuerte Nachfrage ausgeglichen werden (bei
Kühlung, Wärmepumpen und dem Laden von Akkus). Wetterbedingte
Schwankungen können sehr effizient mit Pumpspeicherwerken
ausgeglichen werden, sowie mit (adiabatischen) Druckluftspeichern.
Pumpspeicherwerke erfordern Wasserreservoire in unterschiedlichen
Höhen, sie können nicht nur im Gebirge (wo die Standorte in
Deutschland nicht ausreichen), sondern auch mit wenig Erdbewegungen in
ehemaligen Berg- und Tagebaustrukturen errichtet werden. Saisonal
bedingte Schwankungen können chemisch gespeichert werden, etwa in
Form von Wasserstoff oder Methan (siehe auch Sterner
et al. 2010).
Der Wirkungsgrad für die Stromspeicherung ist dabei allerdings
ziemlich gering, grob können zwei Drittel des Stroms in Gas
gespeichert werden, davon etwa die Hälfte wieder in Strom
verwandelt werden. Die Abwärme kann jedoch auch genutzt werden,
wenn die Anlagen dezentral bei großen Wärmeverbrauchern
errichtet werden.
Simulation: Eine Berechnung
von Energieerzeugung, -verbrauch und -speicherung im durchschnittlichen
Jahresverlauf ergibt (in kWh/Person)
Monat
|
(Jahr)
|
1
|
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
| Stromerzeugung
Wind |
5000 |
570 |
478 |
490 |
358 |
288 |
295 |
298 |
298 |
390 |
448 |
543 |
545 |
| Stromerzeugung PV |
5000 |
172 |
295 |
340 |
553 |
706 |
617 |
596 |
562 |
504 |
332 |
194 |
128 |
| Strombedarf |
8494 |
830 |
795 |
717 |
654 |
652 |
649 |
649 |
649 |
649 |
651 |
762 |
837 |
Differenz
Stromerzeugung/-bedarf
|
1504 |
-88 |
-22 |
113 |
256 |
341 |
263 |
245 |
211 |
245 |
129 |
-25 |
-164 |
| Gaserzeugung |
604 |
-175 |
-45 |
75 |
171 |
227 |
175 |
163 |
141 |
163 |
86 |
-50 |
-327 |
Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne schwankt nicht nur
wetterabhängig, was hier (vereinfacht angenommen) durch
kurzfristige Speicher wie Pumpspeicherwerke vollständig
ausgeglichen wird, sondern auch saisonal. Dabei ist es günstig,
daß Wind und Sonne meist entgegengesetzt schwanken (Flaute bei
Sonne und Wind bei Wolken, mehr Sonne im Sommer und mehr Wind im
Winter). Da die Sonneneinstrahlung jedoch stärker saisonal
schwankt und zudem im Winter mehr Strom benötigt wird, um die
Heizungs-Wärmepumpen anzutreiben, wird die Differenz durch
Elektrolyseanlagen zur Produktion wasserstoffhaltigen Gases (z.B.
Methan) und kleinen Gaskraftwerken beglichen: Mit dem
Stromüberschuß wird Gas erzeugt (wenn die
kurzfristigen Speicher voll sind), bei zu wenig Wind- und Solarstrom
dient dieses Gas der zusätzlichen Stromerzeugung. Was übrig
bleibt, kann im Verkehrsbereich eingesetzt werden, wobei hier
angenommen wird, daß 1,5 MWh/Person/Jahr Strom und 0,5
MWh/Person/Jahr Treibstoffe benötigt werden. Vor allem Schiffe und
Flugzeuge brauchen Treibstoffe (auch wenn sie Wind und Sonne soweit wie
möglich nutzen), sowie Autos für lange Strecken. 0,1
MWh/Person/Jahr Gas dienen noch als Reserve (für wind- und
sonnenarme Jahre). Der Wärmebedarf wird
durch Wärmepumpen und die Abwärme des Gasspeichersystems
gedeckt.
Sonstige Energieerzeugung:
Neben Photovoltaik und Windkraft können einige weitere
Energiequellen genutzt werden, deren Potenzial jedoch nicht so hoch
ist. Die Wasserkraft erzeugt bereits 17% des Stromes weltweit (damit
mehr als die Kernkraft), jedoch meist mit großen Staudämmen,
die negative ökologische Auswirkungen haben, und für die in
Deutschland das Potenzial ausgeschöpft ist (3% Anteil an der
Stromerzeugung). Kleine Laufwasserkraftwerke und
Strömungskraftwerke (Strom-Bojen) in Flüssen und im Meer
können die Stromerzeugung gut ergänzen. Geothermie kann
sowohl Strom als auch direkt Wärme liefern, ist jedoch wegen der
Bohrungen sehr aufwändig (teuer). Biomasse steht in Konkurrenz zu
Natur und Nahrung, und speichert die Sonnenenergie mit einem sehr
schlechten Wirkungsgrad (siehe unten).
Zeitliche Entwicklung
Der Übergang vom fossilen zu einem regenerativen Energiesystem
könnte folgendermaßen gelingen, wobei an allen vier
Bereichen
gleichzeitig gearbeitet werden muß:
Energieerzeugung: Ein starker
Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen ist nötig. Ein gutes
Mittel dafür ist eine garantierte und attraktive
Einspeisevergütung für
Wind- und Solarstrom, die Investitionen nach sich zieht. Alternativ
(oder ergänzend) könnte es auch ein direktes staatliches
Investitionsprogramm geben, was den Vorteil hätte, daß die
Anlagen öffentliches Eigentum sind und der Gewinn nicht in
privaten Händen verschwindet. Wichtig ist in jedem Fall, daß
der erzeugte Strom garantiert abgenommen wird und die Netze dafür
entsprechend umgebaut werden. Zu letzterem müssen die
Netzbetreiber verpflichtet werden, die wegen der großen Bedeutung
für die Versorgungssicherheit am besten verstaatlicht werden.
Energieeinsparung:
Effizientere Elektrogeräte und Industrieprozesse sind ein
wichtiger Beitrag. Viel wichtiger jedoch ist der Umbau des
Verkehrssystems und die energetische Sanierung des
Gebäudebestands. Eine starke Förderung von Fahrrad und
öffentlichem Nah- und Fernverkehr ist nötig, bei
gleichzeitiger Behinderung des motorisierten Individualverkehrs (bspw.
durch deutlich höhere Kfz- und Treibstoff-Steuern). Ebenso
müssen Investitionen in Wärmedämmung gefördert
werden, während die Steuern auf schlecht gedämmte
Gebäude (und die Heizkosten) steigen.
Speicher:
Ein variabler Strompreis, der vom Angebot abhängt und über
smart grids vermittelt wird, kann für eine teilweise Anpassung des
Verbrauchs an die Stromproduktion im Tagesverlauf sorgen. Betreiber von
Pumpspeicherwerken verdienen ihr Geld heute schon an der
Strombörse, d.h. der Strompreis variiert mit Angebot und
Nachfrage, und Preisschwankungen können von Stromspeichern oder
Spitzenlastkraftwerken ausgenutzt (und damit verringert) werden.
Ähnlich könnte Gas in Zeiten sehr billigen Stroms erzeugt
werden und in Zeiten teuren Stroms verbraucht werden. Eine
Strombörse allein reicht jedoch nicht aus, damit genügend
Stromspeicher gebaut werden, vielmehr müssen diese auch direkt zur
Sicherstellung der Versorgungssicherheit staatlich
gefördert/gebaut werden, zumindest am Anfang.
Verdrängung der alten
Energien: Die Verdrängung der konventionellen
Stromerzeugung, die der Ausbau der Erneuerbaren Energien bewirkt,
muß gegen den erbitterten und äußerst
finanzstarken Widerstand der Stromkonzerne durchgesetzt werden, die die
Netze kontrollieren
und mit ihren Großkraftwerken auch weiterhin viel Geld verdienen
wollen. Ähnlich gibt es im Verkehrsbereich mit den Auto- und
Ölkonzernen sehr mächtige Akteure, die einen Rückgang
der Autonutzung zu verhindern suchen. Politker müssen sich unter
dem Druck der Öffentlichkeit der Lobbyarbeit widersetzen und
gemeinsam mit den Verbrauchern die Energiewende durchsetzen. Einer
hohen Steuer auf Schadstoffe und Flächennutzung kann die
Suventionierung des neuen Energiesystems entgegenstehen. Die
regenerative Stromerzeugung wird mittels Wärmepumpen und
Elektromotoren auf den Wärme- und Verkehrsbereich ausgedehnt. Die
letzte fossile Energiequelle ist sinnvollerweise Erdgas, da dieses in
Spitzenlastkraftwerken eingesetzt werden kann und viel sauberer als
Kohle verbrennt, somit für eine Übergangszeit gut mit Strom
erzeugtes Gas (und Biogas)
ergänzt.
Nahrung und Biomasse
Speicherung der
Sonnenenergie: Biomasse ist mittels Photosynthese gespeicherte
Sonnenenergie. Dabei braucht die Pflanze einen großen Teil der
nutzbar gemachten Energie zum Leben; selbst bei optimaler Temperatur
und Wasser- und Nährstoffversorgung wird weniger als 1% der
einfallenden Sonnenstrahlung chemisch dauerhaft gespeichert. Auch bei
einem
günstig angenommenen Wirkungsgrad der Umwandlung von Sonnenergie
in Biomasse von 0,5% liegt der tatsächliche Energieertrag jedoch
noch deutlich darunter, da man auch Energie für die Bestellung des
Feldes und (meistens) die Düngemittelherstellung braucht. Er
verschlechtert sich weiter, wenn nur Teile der Pflanze verwendet werden
oder die Biomasse noch in flüssigen Kraftstoff umgewandelt wird.
Bei der Verwendung als Wärmequelle kann der größte Teil
der letzlich im
Brennstoff enthaltenen Energie auch tatsächlich genutzt werden,
beim Verkehr oder der Stromerzeugung jedoch nur unter 40%.
Nahrungsbedarf:
Der jetzige durchschnittliche Nahrungsverbrauch in Deutschland ist etwa
1,5
MWh/Person/Jahr (3500 kcal/Tag oder 170 W), davon knapp 40% tierischen
Ursprungs. Bei letzterem fallen "Umwandlungsverluste" der pflanzlichen
in die tierische Nahrung von ca. 80% an, somit beläuft sich der
primäre
Verbrauch auf insgesamt 3,9 MWh/Person/Jahr.
Die Nahrungsenergie zählt zwar nicht zum Energieverbrauch im
engeren
Sinne, ist jedoch der grundlegendste (und flächenintensivste)
Posten.
Sie wird bei direkter Betrachtung 100% erneuerbar erzeugt, allerdings
wird für den hohen Ertrag bei geringer
Arbeitskraft ein Vielfaches der Nahrungsenergie an fossiler Energie
hineingesteckt.
Flächenkonkurrenz:
Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland (52% der
Fläche, pro Person 2200 m2) erzeugt bei 0,1%
Wirkungsgrad etwa 2 MWh/Person/Jahr an Nahrung, davon ist der
größte Teil Tierfutter. Die biologisch produktive
Fläche der Erde, und damit die erzeugte Biomasse, steht in
Konkurrenz zwischen Natur, direkter menschlicher Nahrung, Futter
für die Nutztiere und Bioenergie. Angesichts der kommenden
Ertragsprobleme der Landwirschaft und der wachsenden
Weltbevölkerung müssen die letzteren beiden Nutzungsformen im
Interesse der ersten beiden eingeschränkt werden. Biomasse ist der
Energieträger des Lebens, eine technische Nutzung geht immer auf
Kosten von Lebewesen, ist sehr flächenintensiv und kann somit
menschen- und umweltverträglich nur in kleinem Ausmaß
erfolgen. Ein Vergleich des Wirkungsgrades der direkten Sonnennutzung,
etwa mittels Photovoltaik, und der indirekten über Biomasse
fällt überwältigend aus, zumal erstere auf sowieso schon
toten Flächen wie Wüsten und versiegelten Flächen
genutzt werden kann und somit selbst auf diesen viel kleineren
Flächen nicht in Konkurrenz zum Leben steht.
Regionale
Selbstversorgung: Eine sichere und umweltverträgliche
Nahrungs- und Energieversorgung ist regional. Natürlich kann man
trotzdem mit Lebensmitteln handeln, um das Angebot zu erweitern, aber
der Großteil und die energetische Grundversorgung sollten
regional erzeugt werden. Der Sebstversorgungsgrad in Deutschland
beträgt
etwa 80%, vom primären pflanzlichen Nahrungsbedarf muß
jedoch deutlich mehr als 20% importiert werden, hauptsächlich in
Form von Futtermitteln für die Massentierhaltung. Damit wird der
Flächenverbrauch und somit Hunger und Naturzerstörung
exportiert. Eine Selbstversorgung ist leicht realisierbar, wenn der
Konsum von Tierprodukten eingeschränkt wird - dann kann sogar
landwirtschaftliche Fläche renaturiert werden. Für einen
Ausbau der Bioenergie ist dagegen kaum Platz. Heute wird ein
Fünftel der Holzernte zu Heizzwecken genutzt (der Rest als
Rohstoff), was 2% des Heizenergiebedarfes deckt. Dabei wird aus den
meisten Wäldern schon das Maximum rausgeholt (was auch auf Kosten
des Ökosystems geht). Bei Biosprit und der Stromerzeugung aus
Biomasse ist der Anteil ähnlich. Was darüber hinausgeht,
muß schon jetzt mit Importen gedeckt
werden, mit katastrophalen Folgen für die Regenwälder
Indonesiens und Brasiliens, und für die Ernährungssituation
von Milliarden Menschen. Bioenergie kann keinen bedeutenden Teil
eines so hohen Energieverbrauchs decken, wie er für unsere
Zivilisation notwendig ist.